Geben die Staaten ihr Monopol der Geldschöpfung auf?

Aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Smartphones und von neuen Technologien zur sicheren Speicherung und Übertragung von digitalen Units (also auch von digitalem Geld) entstehen gerade dezentrale Infrastrukturen, die Bezahlvorgänge, Geldüberweisungen und Geldspeicherungen zu Transaktionskosten, die gegen Null gehen, möglich machen. Zu diesen Technologien gehören Kryptowährungen, wie beispielsweise BitCoin. Unter Kryptowährungen* versteht man digitale Zahlungsmittel. Bei ihnen werden Prinzipien der Kryptographie angewandt, um ein verteiltes, dezentrales und sicheres, digitales Zahlungssystem zu realisieren.
Diese neuen Technologien führen dazu, dass vom Staat unabhängige Währungen mit wachsender Akzeptanz von Bürgern insbesondere auch in Ländern mit eingeschränktem Kapitalverkehr oder mit hoher Inflation entstanden sind, wie z.B. in Südamerika. Um die Kontrolle über die Finanzpolitik nicht komplett zu verlieren und um auch in Zukunft Arbeitsplätze im Bereich Finanzdienstleistungen im eigenen Land zu sichern, haben einige Staaten erste Gesetzesvorschläge für die Ausgabe von digitalem Geld durch private Firmen erarbeitet. Diese neuen, digitalen Währungen werden meist als Ergänzung zu den staatlichen Währungen vorgeschlagen. Damit wird das Monopol der Geldschöpfung durch den Staat schrittweise aufgehoben und gleichzeitig eine Regulierung dieser neuen privaten Geldemittenten geschaffen.

* Quelle: Wikipedia Artikel über Kryptowährungen vom 7. Juni 2015